Klein Bärli in Gefahr - Dein Märchen aus dem Märchenwald

Klein Bärli in Gefahr - Dein Märchen aus dem Märchenwald

Klein Bärli schnupperte aufgeregt an den Bäumen im Märchenwald Steiermark. Ach, das Leben war ja so schön! Er brach einen Zweig mit der Schnauze ab und kaute darauf herum. Hmmmmmmm! Wie lecker das schmeckte …

„Hallo Klein Bärli“, hörte er plötzlich die Stimme von Mauli, dem Maulwurf. „Solltest du nicht längst in der Bärenschule sein?“
Der kleine Bär drehte sich herum und erschrak. Er hatte nicht damit gerechnet, dass ihn hier jemand fand. „Ich…ich…ich“ stotterte er.
„Ich habe heute schulfrei.“
„Ach so! Na dann wünsche ich dir noch viel Spaß beim Spielen!“
Mauli zwinkerte dem kleinen Bären zu und setzte seinen Weg fort.

Was der Maulwurf aber nicht wusste, war die Tatsache, dass der kleine Bär schon seit einigen Tagen in der Bärenschule fehlte. Er hatte einfach keine Lust, Lesen und Schreiben zu lernen. Das Spielen im Freien war doch viel schöner als das dauernde Stillsitzen in der Schule …

Klein Bärli zog es immer weiter auf der Suche nach kleinen Abenteuern. Mal fand er eine Schnecke, die er mit der Tatze ein Stückchen weiter schob, weil sie für seine Begriffe zu langsam war, mal pustete er einen Marienkäfer vom Blatt. Mittlerweile hatte er den Märchenwald verlassen und begab sich in die Tiefen der dunklen Wälder …

Baer-und-Mauli-vor-dem-Baerenhaus

Da! Was war denn das für ein Geräusch?

Das brummte ja wie ein großer Bienenschwarm!

‚Wo Bienen sind, ist auch der leckere Honig nicht weit’, dachte der kleine Bär und folgte dem immer lauter werdenden Brummton. Er blieb kurz vor einem Schild mit seltsamen Zeichen stehen, schüttelte dann den Kopf und trottete weiter.
Das Geräusch war jetzt ganz nahe! Hier irgendwo musste das Bienenvolk wohnen.
Er schaute hoch…

In diesem Moment krachte ein riesiger Baum zu Boden und er wurde von einem Ast gestreift. Klein Bärli wurde unter einem Berg von Laub begraben.
Als die Arbeiter ihn fanden, atmete er nur noch schwach, so dass sie ihn zur Krankenstation im Märchenwald Steiermark brachten.

Dort besuchte Mauli gerade eine Taube, die sich an Aschenputtels Fenster den Kopf gestossen hatte und nun einen dicken Verband um den Kopf trug.

„Oh je! Was ist denn dem kleinen Bären passiert?“, wollte der Maulwurf wissen. Doch da kamen schon die alamierten Eltern des Kleinen und beantworteten seine Frage.
„Er hat sich dort aufgehalten, wo die Baumfällarbeiten stattfinden. Zum Glück hat er nur ein paar Schürfwunden. Aber die tun sicher sehr, sehr weh! Wir haben uns schon gewundert… Eigentlich müsste er ja in der Schule sein! Hoffentlich wird er wieder gesund!“
„Er hat heute frei!“ erklärte Mauli der Familie Brumi.

„Was? Wer? Wieso?“ hörten sie plötzlich die dunkle Stimme des Lehrers, der seinen Schüler im Krankenhaus besuchen wollte. Die Nachricht, dass Klein Bärli verletzt war, hatte schnell die Runde gemacht: „Natürlich hatten wir heute Unterricht! Klein Bärli war aber schon so lange nicht mehr in der Schule, dass wir uns gar keine Sorgen gemacht haben. Wir dachten, er hätte vielleicht eine Bärenkinderkrankheit..?“

„Dann hat er also geschwänzt!“ brummte Papa Bär aufgebracht und wenn Mama Bär ihn nicht beruhigt hätte, hätte er dem Sohn sogar einen Klaps auf den dicken Bärenpo gegeben.

Als der kleine Bär endlich die Augen aufschlug und aus seiner Ohnmacht erwachte, fiel er seinen Eltern gleich um den Hals: „Es tut mir alles so leid!“ brummte er leise: “Ich werde nie mehr die Schule schwänzen“.

Der Lehrer schaute ihm tief in die Augen und sagte: „Das will ich hoffen, Klein Bärli! Sonst lernst du ja nie Lesen und Schreiben!“
Und Mauli fügte hinzu: „Ja genau! Schließlich bist du ja an dem Warnschild vorbeigekommen! Hättest du in der Schule aufgepasst, hättest du lesen können was da in großen Buchstaben steht!“

Klein Bärli schaute zu Boden und fragte leise: „Und was stand da drauf?“
worauf Mauli nur antworten konnte: „VORSICHT! BETRETEN STRENG VERBOTEN! BAUMFÄLLARBEITEN!“ und dann fügte er hinzu: „Du hättest tot sein können!“

Da plötzlich wusste der kleine Bär, dass das Geräusch nicht von einem Bienenschwarm, sondern von einer Motorsäge kam und in welche Gefahr er sich gebracht hatte. Und er nahm sich fest vor, von nun an jeden Tag zur Schule zu gehen um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, damit ihm nicht noch einmal solch ein schrecklicher Unfall passiert.

(Diese Geschichte hat Adriana Weismann geschrieben, eine liebe Freundin des Märchenwaldes)

 

Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei